Putzin: Das Insolvenzverfahren beginnt

Doch die Zukunft beziehungsweise der Fortbestand ist noch offen — Wunsch nach Eigenverwaltung erfüllt

VON STEFAN BRAND

Es schaut gar nicht so schlecht aus: Das Maschinenbauunternehmen Putzin hat wohl trotz Insolvenzantrag durchaus eine Zukunft. Auch wenn noch niemand sagen kann, wie diese aussieht. Fakt ist: Das Insolvenzverfahren ist eröffnet — und es kann in Eigenverwaltung abgewickelt werden. Damit hat sich ein Wunsch der Geschäftsführung bereits erfüllt.

PEGNITZ — Zuversicht ja, Euphorie nein: Insolvenzverwalter Robert Wartenberg aus Bamberg und Putzin-Geschäftsführer Jens-Hendrik Schmidt strahlten gestern im Vorfeld einer Betriebsversammlung gesunden Optimismus aus. Die Voraussetzungen sind gegeben, so Wartenberg: „Die Zusammenarbeit war vertrauens-voll, war gekennzeichnet von Verlässlichkeit.“ Das sei nicht immer so in einem Insolvenzfall.
Schmidt, sein Bruder Lars-Oliver als Kaufmännischer Leiter und Ex-Geschäftsführer Ralf Putzin – nach wie vor in der Firmenleitung aktiv – hätten alle Unterlagen prompt geliefert, hätten nichts beschönigt. Und, ganz wichtig, so Wartenberg: „Der Insolvenzantrag wurde rechtzeitig gestellt, nicht als alles schon zu spät war.“ So sieht das auch Joachim Walterscheid, den das Unternehmen als Rechtsberater für die Eigenverwaltung genommen hat. Der Jurist, selbst lange Zeit als Fachanwalt für Insolvenzrecht tätig, kennt sich aus mit Betreuungsaufgaben in solchen Fällen. Er wird künftig häufig im Hause Putzin anzutreffen sein, um der Führungsetage des Unternehmens unter die Arme zu greifen. Aber: „Da müssen mehrere Beteiligte mitspie-len“, sagt Walterscheid.

Konzept noch im Geheimen
So zum Beispiel die Hausbanken als Hauptgläubiger, die Lieferanten, ein großes Leasingunternehmen, das ebenfalls noch Geld zu bekommen hat. Dazu muss das Konzept stimmen. Details dazu wollen Schmidt, Wartenberg und Walterscheid im Moment noch nicht verraten. Nur so viel: Es ruht auf drei Säulen, „die miteinander verknüpft sind“.
Zumindest vorerst bleibe es bei der Lohnfertigung, die angesichts ihrer niedrigen Gewinnspannen Putzin so in Schieflage gebracht habe, sagt Berater Walterscheid. Denn: „Es müssen ja auch Erträge erwirtschaftet werden, bis das Konzept greift.“ Wie immer es auch letztlich umgesetzt wird.
Klar, so weitermachen wie bisher könne man nicht. Man muss auf die Kosten achten, dabei komme alles auf den Prüfstand, sagt Walterscheid. Es gab auch schon die ersten Kündigungen, ein halbes Dutzend an der Zahl. Doch weitere sollen nicht folgen. Zumindest vorerst nicht.
Parallel zur Suche nach neuen Geschäftsfeldern – eine der drei Säulen – werden in den nächsten Wochen Gespräche mit potenziellen Investoren laufen, die ein Interesse an einer Putzin-Beteiligung oder gar an einer kompletten Übernahme des Unternehmens haben. Das wäre dann Plan B.
Doch Vorrang hat definitiv Plan A – die Sanierung in Eigenverwaltung, sagen Walterscheid und Geschäftsfüh-rer Schmidt. Und da überwiegt eindeutig die Zuversicht. Eine Zuversicht, die man gestern Nachmittag auch den Mitarbeitern in einer Betriebsversammlung mitteilte.
Dass das vorgelegte Konzept eine Basis hat, auf der man aufbauen kann, zeige ja allein schon die Reaktion des Insolvenzgerichts, so Robert Wartenberg: „Es hat zum einen das Insolvenzverfahren überhaupt eröffnet, zum anderen der Eigenverwaltung zugestimmt, das sagt schon einiges aus, das ist ein klares Signal.“ So sieht das auch Geschäftsführer Schmidt. „Wir haben unsere eigenen Ideen, die wir umsetzen wollen, das kann funktionieren.“ Er wolle auch Geschäftsführer bleiben, wenn das erarbeitete Rezept zu einem positiven Ergebnis führt. Solange das Unternehmen in eigener Hand bleibe, spreche da nichts dagegen, sagt er.
So fanden bereits gestern nach der Versammlung Gespräche mit den Banken statt. Für Berater Walterscheid ist klar: „Das braucht alles seine Zeit, aber bis zur Versammlung der Hauptgläubiger am 13. Oktober muss dasGerüst weitgehend stehen.“

Copyright (c)2015 Verlag Nuernberger Presse, Ausgabe 04.08.2015

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